Das Mittelmeer ist zu einem Massengrab für Migranten geworden. Tausende sind bei ihrem Versuch, Europa zu erreichen, gestorben. Während eines Besuchs der Präsidenten des Europäische Laienforums (ELF) in den historischen Stätten von Auschwitz und Birkenau wurde deutlich, dass wir nicht tatenlos zusehen können, wie sich die Tragödie im Mittelmeer fortsetzt. Bei seinem Besuch 2013 auf Lampedusa, fragte Papst Franziskus: "Wer ist für diese Menschen verantwortlich?" Eine klare Antwort auf diese Frage ist lange überfällig.

Das Europäische Laienforum ist eine Plattform der nationalen Komitees katholischer Laien, das der Begegnung und dem Austausch von Informationen, Erfahrungen und Ideen dient. Für uns ist es eine gemeinsame Verantwortung, an der christlichen Sendung als Laien in der Gesellschaft und in der Kirche teilzunehmen. Während eines Treffens in Krakau, Polen, besuchten die Präsidenten der verschiedenen nationalen Komitees Auschwitz und Birkenau. Von diesen Orten geht die Mahnung aus, dass die Menschen nie wieder Opfer von Fremdenhass oder Rassismus werden dürfen. In der Gegenwart braucht es daher insbesondere eine klare Position zur Lage der Bootsflüchtlinge auf dem Mittelmeer. Ist es nicht ein Vergehen an unsere Mitmenschen, wenn wir tatenlos zusehen?

Eine sehr reale Situation

Millionen von Menschen sind heute aus den verschiedensten Gründen auf der Flucht nach Europa. Viele von ihnen verlieren ihr Leben auf diesem Weg. Auch diejenigen, die überleben, haben alles aufgegeben. Alles, außer ihr Mensch sein. Alle diese Flüchtlinge sind unsere Mitmenschen, unsere Brüder und Schwestern. Wir müssen uns daher fragen, was europäische Solidarität heute noch bedeutet? Haben wir die Sorge um unsere Mitmenschen aufgegeben? Vor allem für uns Christen ist diese Schande für unsere moderne Gesellschaft eine Herausforderung, wir nicht länger ignorieren können.

Die Aufgabe von Pfarrgemeinden und Organisationen

Katholiken müssen bereit sein, sich aktiv zu engagieren. Worte allein reichen nicht aus, es ist Zeit zu handeln! Wir sind dankbar, dass viele Menschen sich in dieser Frage bereits engagieren. Zugleich braucht es auch in unseren Gemeinden Zeichen gegen Gewalt und Rassismus. Durch unser Engagement, ob als Einzelperson oder in Gemeinschaft, können wir die öffentliche Meinung beeinflussen und die Menschen informieren. Gemeinsam mit Papst Franziskus sagen wir "Wir dürfen nicht müde werden, auf ein umfassenderes Engagement auf europäischer und internationaler Ebene zu drängen." Bitte erheben Sie die Stimme und unterstützen Sie die Flüchtlinge.

Die Aufgabe von Politik

Die Europäische Union muss ihre Verantwortung wahrnehmen und mehr tun, um Migranten zu helfen und Ihnen Perspektiven zu geben anstatt sie auszugrenzen. Es braucht langfristige Lösungen, denn die Flüchtlinge brauchen hier Unterstützung sowie in ihren Heimatländern. Es braucht mehr Solidarität mit den europäischen Ländern, in denen viele Flüchtlinge ankommen. Als Präsidenten der Nationalen Laienkomitees fordern wir ein stärkeres Engagement aller europäischen Länder, um diese Ziele zu erreichen. Wer ist verantwortlich? Wir sind alle verantwortlich.

ELF - Krakau - Juli 2015